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Die ARA Moossee-Urtenenbach produziert mehr Ökostrom

Abbildung 1: Der neue Gasspeicher auf der ARA Moossee-Urtenenbach

Primär dient eine Abwasserreinigungsanlage (kurz ARA), wie es der Name sagt, zur Reinigung von häuslichem und industriellem Abwasser. Weniger offensichtlich ist, dass ARAs häufig Quelle von natürlicher und erneuerbarer Energie sind. So auch die ARA Moossee-Urtenenbach in Hindelbank. Dank der kürzlich abgeschlossenen Erweiterung konnte die Produktion an Biogas und Ökostrom merklich gesteigert werden.

Entstehung und Nutzung des Biogases
In verschiedenen Stufen der Abwasserreinigung fallen organische Schlämme an. Diese werden, nach verschiedenen Aufbereitungsverfahren, in den beiden Faultürmen unter Luftausschluss bei ca. 40 °C vergoren. Bei diesem Prozess verarbeiten Bakterien biologisch abbaubares Material zu Biogas.
Mit diesem Gas wird ein Gasmotor, auch Blockheizkraftwerk (BHKW) genannt, betrieben, der Strom produziert. Die Abwärme des Motors wird einerseits dazu genutzt, den Faulturm auf der für die Faulung nötigen Temperatur zu halten, andererseits um Warmwasser zu erzeugen und die Gebäude zu heizen. Heizöl wird auf der ARA Moossee-Urtenenbach keines benötigt.

Massnahmen des Projekts
Mit dem kürzlich abgeschlossenen Ausbau wurde dieses System ergänzt und erneuert.
Neu wird eine Desintegrationsanlage betrieben. Diese zerstört mittels Ultraschallschwingungen Schlammflocken aus der biologischen Reinigungsstufe der ARA. Dadurch ist das "Futter" für die biogaserzeugenden Bakterien in den Faultürmen leichter zugänglich. Dementsprechend produzieren diese mehr Gas.
Um Über- oder Unterproduktionen an Gas besser abzupuffern, wurde ein neuer Gasspeicher mit einem Inhalt von 800 m3 gebaut. Dieser runde, ballonähnliche Bau ist von ausserhalb der Anlage gut sichtbar.
 
Am alten Blockheizkraftwerk wären aufwändige Revisionen nötig gewesen. Aus diesem Grund wurde es durch einen neuen und leistungsstärkeren Motor ersetzt. Dieser hat einen um 10 % höheren Wirkungsgrad als der Alte (neu 38 % statt 28 %). Er produziert also aus derselben Gasmenge mehr Strom und Wärme.
Vor dem Ausbau konnte die ARA Moossee-Urtenenbach knapp 35 bis 38 % ihres Strombedarfs selber decken. Neuerdings wird der erzeugte Ökostrom nicht mehr auf der ARA selber genutzt, sondern in das Netz der Elektra Fraubrunnen eingespisen. Dies war möglich dank der "Kostendeckenden Einspeisevergütung", einem Förderprogramm des Bundes für Strom aus erneuerbarer Energie.

Resultate
Dank der Desintegrationsanlage produziert die ARA Moossee-Urtenenbach heute gut 1100 m3 Biogas pro Tag. Dies entspricht einer Steigerung von ca. 20 % gegenüber vor dem Ausbau. Entsprechend ist auch die Stromproduktion gestiegen.
Mit diesem Gas werden im Blockheizkraftwerk durchschnittlich 2 200 kWh pro Tag erzeugt und in das öffentliche Stromnetz abgegeben. Dies entspricht ungefähr dem Stromverbrauch von 125 Einfamilienhäusern 1).

Weitere Informationen
ARA Moossee-Urtenenbach
Holzmühle
3324 Hindelbank

 

1) SEV/VSE SEV Verband für Elektro-, Energie- und Informationstechnik

Intern

Gemeindeverband ARA
Moossee-Urtenenbach
Kläranlage / Holzmühle 1
3324 Hindelbank

Tel. 034 411 71 00
Fax 034 411 71 09