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Regionale Entwässerungsplanung, REP Urtenen

Medienmitteilung 6. August 2013

Im Einzugsgebiet der Urtenen stehen grosse Aufgaben an, etwa beim Hochwasserschutz, bei der Siedlungsentwässerung und beim Gewässerschutz. Um die verschiedenen Bereiche der Wasserwirtschaft besser aufeinander abzustimmen, wollen sich die bisher im Urtenental tätigen Verbände zusammenschliessen und streben mit dem Projekt „Lebensraum Urtenen“ eine Wasserwirtschaft im Einklang mit Mensch und Natur an.

Die Urtenen fliesst durch dicht besiedeltes und landwirtschaftlich intensiv genutztes Gebiet. Wo der Platz knapp ist, steigt der Druck auf die Gewässer, Interessenkonflikte nehmen zu. Die Anforderungen an die Urtenen sind vielfältig: Sie soll gleichzeitig vor Hochwasser schützen, Abwasser ableiten, Pflanzen und Tieren Lebensraum und dem Menschen Erholungsraum bieten. Während mehr als 230 Jahren hat der Mensch ihren Lauf und ihr Umland nach seinen Vorstellungen gestaltet. Heute offenbaren sich jedoch die Kehrseiten des starken Gewässerverbaus immer deutlicher. Obschon inzwischen mehrere Gemeinden Renaturierungen umgesetzt haben, schneidet die Urtenen mit ihrem Einzugsgebiet im kantonsweiten Vergleich am schlechtesten ab. Der Hochwasserschutz hat Lücken, die Wasserqualität ist beeinträchtigt, die Armut an natürlichen Lebensräumen stellenweise gross und die Artenvielfalt klein.

Das Gewässer als Gesamtsystem verstehen

Die bisher im Urtenental wasserwirtschaftlich tätigen Verbände – der Wasserbauverband Urtenenbach sowie die Gemeindeverbände ARA Moossee-Urtenenbach und ARA Region Fraubrunnen – stehen vor einer grossen Herausforderung. Sie haben erkannt, dass sie mit ihren kleinräumigen Strukturen an Grenzen stossen und die Aufgaben vielmehr gemeinsam anpacken müssen. Gleichzeitig fordern auch Bund und Kanton eine integrale und nachhaltige Bewirtschaftung des Wassers, welche das ganze Einzugsgebiet in die Betrachtung mit einbezieht: von der Quelle bis zur Mündung mit allen Zuflüssen. Nur wenn das Gewässer als Gesamtsystem verstanden wird, finden sich nachhaltige Lösungen, welche die unterschiedlichen Interessen miteinander in Einklang bringen.

Umfangreiche Vorarbeiten

2002 wurde deshalb das Projekt „Lebensraum Urtenen“ unter dem Namen „Regionale Entwässerungsplanung (REP) Urtenen“ ins Leben gerufen. Dessen Herzstück ist ein integrales Hochwasserschutzkonzept, welches die Bereiche Hochwasserschutz, Ökologie, Siedlungsentwässerung sowie Naherholung und Landschaft umfasst. Es analysiert die bestehenden Defizite, formuliert Ziele und zeigt Massnahmen zur Verbesserung der Situation auf. Das Konzept ist 2012 von den Verbandsgemeinden positiv zur Kenntnis genommen worden.

Zusammenschluss von drei Verbänden

Als nächster Schritt ist die Zusammenführung der drei bestehenden Verbände in einer neuen Organisation vorgesehen. Diese soll in Zukunft sämtliche wasserwirtschaftlichen Aufgaben im Einzugsgebiet der Urtenen übernehmen. An der neuen Organisation sind derzeit insgesamt 21 Gemeinden beteiligt. Ab 2015 steht dann die Realisierung verschiedener Massnahmen im Vordergrund, um die Defizite im Einzugsgebiet der Urtenen zu beheben. Das Projekt wird unterstützt durch das Tiefbauamt sowie das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern sowie durch den Bund.

www.lebensraum-urtenen.ch

Kontaktperson:

Rolf Mathys, Projektleiter Lebensraum Urtenen, Tel. 031 761 20 53, ra.mathys(at)gmx.ch

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Um was geht es: Die Abflusskapazität der Urtenen ist für grosse Hochwasser ungenügend. Die restriktiven Retensionsvorschriften des Wasserbauverbandes Urtenenbach sind überholt und werden von den Gemeinden ungleich angewendet. Wirkungsvolle Massnahmen zur Verminderung des Hochwasserrisikos zum Beispiel mittels Retention können nur sinnvoll unter Einbezug des gesamten Einzugsgebietes geplant werden. Um die künftigen Aufgaben der Wasserwirtschaft im Urtenental war zu nehmen, sind die Zuständigkeiten der betroffenen Verbände unzureichend und nicht mehr zeitgemäss. Der Wasserbauverband Urtenenbach umfasst nicht alle Gemeinden im Einzugsgebiet und bedarf einer Reorganisation. An den Gewässern bestehen grössere ökologische Defizite. Der ARA Verband Moossee - Urtenenbach umfasst heute die Kläranlage und den Zuleitungskanal. Auf weitere regional relevante Anlagen hat er keinen Einfluss. Ein noch wirkungsvollerer Gewässerschutz kann nur unter Einbezug der Gewässer sinnvoll erfolgen. Der ARA Verband Fraubrunnen besitzt die regional relevanten Anlagen. Das Abwasser im Einzugsgebiet wird in der ARA Burgdorf behandelt. Die Seitenbäche und Kanäle im Einzugsgebiet liegen parallel und sind durch Ueberlaufbauwerke miteinander verbunden, so dass sie abwassertechnisch eine Einheit bilden. Grosse Teile des Einzugsgebietes liegen in der engern Agglomeration Bern, so dass alle Massnahmen auch unter dem Aspekt Naherholung und Landschaft betrachtet werden müssen. Die drei Verbände haben an einer Orientierungsversammlung mit den Gemeindevertretern Ihre Defizite offen gelegt und sich für eine Neuorganisation der Wasserwirtschaft im Einzugsgebiet der Urtenen ausgesprochen.

Mit dem „REP Urtenen“ haben nun die drei Verbände, Wasserbauverband Urtenenbach, ARA Verband Moossee –Urtenenbach,und ARA Verband Fraubrunnen zusammen mit den kant. Amtstellen, Tiefbauamt des Kt. Bern, Oberingenieurkreis III und dem Amt für Wasser und Abfall, AWA, die Behebung der Defizite angegangen. Die Phase 1 mit Grundlagenerarbeitung und Erarbeitung von Reorganisationsmodellen ist abgeschlossen. In der Phase 2 werden nun in Zusammenarbeit aller Gemeinden im Einzugsgebiet mit integralem Ansatz die technischen Lösungen erarbeitet, um die bei Beginn des Prozesses dargelegten Defizite beheben zu können. Es wir dann zu entscheiden sein, mit welcher Organisationsform die Umsetzung der Massnahmen angegangen werden soll.


Grundlagendokumente:
>Pflichtenheft REP Urtenen der Bau –Verkehrs- und Energiedirektion vom 30.Okt.2002

>Vorgehensvorschlag Phase 1, REP Urtenen, vom 28.November 2007

> Projektskizze Phase 2, vom 3.Dezember 2009, für ein Hochwasserschutzkonzept(HWSK) der Urtenen und Seitenbäche, die regional ausgerichtete Siedlungsentwässerung und erweiterte Zusammenarbeit der Verbände mit der Vision“ zusammenwachsen - zusammen wachsen“

> Integraler Massnahmenplan Einzugsgebiet Urtenen, Vorgehensvorschlag inkl. Aufgabenbeschrieb vom August 2010
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Projektstand: Das mit integralem Ansatz bearbeitete Hochwasserschutzkonzept liegt vor. Die regional relevanten Gewässer und Anlagen der Siedlungsentwässerung sind bekannt. Die Fragen zur Retention sind in einer neuen Richtlinie festgehalten.


Die Umsetzung der Massnahmen kann nur in einer neuen Organisation erfolgen. Die Reorganisation der die Trägerverbände, Wasserbauverband, ARA-Verband Moossee-Urtenenbach und ARA-Verband Region Fraubrunnen ist deshalb in Vorbereitung.

> Technische Zusammenfassung                                                                           PDF Download

 

Ergänzende Dokumente:

> Einzugsmanagement, Leitbild für die integrale Bewirtschaftung des Wassers in der Schweiz mit Literatur und gesetzlichen Grundlagen

Publikation der WASSER-AGENDA 21

> Einzugsgebietsmanagement, Fachtagung vom 23.5.2011,Universität Fribourg/
Wasser und Gewässer ganzheitlich bewirtschaften -Einzugsgebietsmanagement als Chance, WASSER - AGENDA 21

> Natürliche Ressourcen in der Schweiz, Raum den Gewässern, Publikation UMWELT des Bundesamtes für Umwelt BAFU Nr.3/2011

Intern

Gemeindeverband ARA
Moossee-Urtenenbach
Kläranlage / Holzmühle 1
3324 Hindelbank

Tel. 034 411 71 00
Fax 034 411 71 09