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Mikroverunreinigungen

Mit dem kommunalen und gewerblichen Abwasser und aus diffusen Quellen (z.B Landwirtschaft) gelangen trotz gutem Ausbaustandard der Abwasserreinigung und trotz effizienter gesetzlicher Regelungen immer noch gewisse Substanzen in die Gewässer. Bereits in tiefen Konzentrationen können sie negativ auf Wasserlebewesen einwirken oder die Gewässer als Ressourcen für die Trinkwassergewinnung belasten. Das BAFU erarbeitet Strategien, um Mikroverunreinigungen in den Gewässern zu verringern. Das Parlament hat der Änderung des Gewässerschutzgesetzes zugestimmt, welche die Finanzierung für den Ausbau von ausgewählten Abwasserreinigungsanlagen (ARA) regelt.

Was sind Mikroverunreinigungen? -

Mikroverunreinigungen stammen aus verschiedenen Produkten und Gegenständen. Über verschiedene Eintragswege gelangen sie in die Gewässer und beeinträchtigen so die Wasserqualität.

Auswirkungen von Mikroverunreinigungen -

Bereits in tiefen Konzentrationen können Mikroverunreinigungen negativ auf Wasserlebewesen einwirken oder die Trinkwasservorkommen belasten.

Mikroverunreinigungen in Flüssen und Seen der Schweiz -

Kleine und mittlere Fliessgewässer in dicht besiedelten Gebieten (z.B. Schweizerisches Mittelland) und in intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen sind am stärksten betroffen.

Massnahmen gegen Mikroverunreinigungen -

Stoffeinträge in die Gewässer können beim Inverkehrbringen, bei der Anwendung und Entsorgung der Stoffe durch Massnahmen an der Quelle reduziert werden. Zusätzlich werden zukünftig bei ausgewählten Kläranlagen zusätzliche Reinigungsstufen (z.B. Ozonung, Pulveraktivkohle-Behandlung) zur Entfernung der Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser eingebaut.

Mikroverunreinigungen: International -

Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass nicht nur die Schweiz sich mit dem Thema Mikroverunreinigungen auseinander setzt. Auch verschiedene internationale Gewässerschutzkommissionen und die EU haben das Problem erkannt.

Bestimmungen zur Finanzierung treten Anfang 2016 in Kraft

Im Juni 2014 hat das Parlament die Änderungen des Gewässerschutzgesetzes genehmigt, welche vorsieht, dass die Massnahmen zur Verminderung der Mikroverunreinigungen in den Abwasserreinigungsanlagen teilweise vom Bund finanziert werden. Der Bundesrat hat den 1. Januar 2016 als Datum für das Inkrafttreten der Gesetzesänderung festgelegt.

Das Parlament ist dem Vorschlag des Bundesrates gefolgt und hat beschlossen, dass die Errichtung einer zusätzlichen Klärstufe zwecks Verminderung der Mikroverunreinigungen im Abwasser zu 75 Prozent vom Bund finanziert werden soll. Rund hundert Abwasserreinigungsanlagen (ARA) müssen auf diese Weise aufgerüstet werden (siehe Kasten). Zur Finanzierung dieser Massnahme wird bei allen ARA eine Abgabe auf der Basis der angeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohner erhoben. Der Höchstbetrag der Abgabe wurde auf 9 Franken pro Jahr und Einwohner festgesetzt.

Die konkreten Bestimmungen werden in der Gewässerschutzverordnung präzisiert und dürften Ende 2014 in die Vernehmlassung gehen.

Aufrüstung von rund hundert ARA

Damit die Mikroverunreinigungen im behandelten Abwasser in ausreichendem Masse und zu tragbaren Kosten verringert werden können, müssen rund hundert Abwasserreinigungsanlagen (ARA) in der Schweiz speziell aufgerüstet werden. Es ist Sache der Kantone, die entsprechenden ARA zu bestimmen. Grundsätzlich handelt es sich um folgende Anlagen:

·      ARA mit mehr als 80 000 angeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohnern; 

·      ARA mit mehr als 24 000 angeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohnern im Einzugsgebiet von Seen;

·      ARA mit mehr als 8000 angeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohnern, deren gereinigtes Abwasser mehr als 10 Prozent der Wassermenge des Fliessgewässers ausmacht, in welches sie eingeleitet werden;

·      Die Kantone können in begründeten Fällen den Ausbau von ARA mit mehr als 1000 angeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohnern beantragen, wenn die Anlagen in ökologisch sensiblen Gebieten oder an Gewässern liegen, die für die Trinkwasserversorgung wichtig sind.

Anstelle des Ausbaus einer ARA kann der Bund auch die Erstellung einer Verbindungsleitung abgelten, über die das Abwasser zu einer entsprechend ausgestatteten Anlage in der Nähe transportiert wird. Die konkreten Bestimmungen werden in der Gewässerschutzverordnung präzisiert und dürften Ende 2014 in die Vernehmlassung geschickt werden.

Gestützt auf obige Bestimmungen ist die ARA Moossee-Urtenenbach sanierungspflichtig. Die notwendigen Abklärungen mit dem Amt für Wasser und Abfall sind im Gange.


Weitere Informationen unter: www.micropoll.ch

Intern

Gemeindeverband ARA
Moossee-Urtenenbach
Kläranlage / Holzmühle 1
3324 Hindelbank

Tel. 034 411 71 00
Fax 034 411 71 09